Fakten und Hintergründe zur Problematik extremer Armut in Afrika
Zusammengestellt von Ulrike Dröber-Bradfisch
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1. Zahlen und Fakten
1.1 Nahrung
Die Nahrungsmittelproduktion wächst schneller als die Weltbevölkerung. Trotzdem leben über 854 Millionen Menschen in chronischer Unterernährung.
Hunger und Unterernährung sind deshalb nicht Folge fehlender Nahrungsmittel weltweit sondern Folge von Armut und Arbeitslosigkeit. Ein Großteil der Menschen hat nicht die nötigen Mittel, sich Nahrung zu leisten. Ursachen dafür sind vor allem fehlende Ressourcen wie Land, Saatgut oder Kredite und fehlendes regelmäßiges Einkommen.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist: durch Aids stirbt ein Großteil der arbeitenden Bevölkerung, d.h. es können keine Felder bestellt werden und kein Einkommen erwirtschaftet werden.
Die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit GTZ schätzt: nur 10% des Hungers werden durch Naturkatastrophen oder Kriege verursacht.
90% durch strukturelle Probleme, dazu gehören falsche Prioritätensetzung und Ausgabenpolitik einiger Regierungen, hohe Verschuldung vieler Länder, negative Auswirkungen der finanziellen und wirtschaftlichen Globalisierung, korrupte Machthaber, Klimaveränderung spielt auch eine Rolle.
Lange Zeit wurde der ländliche Raum vernachlässigt, sowohl Regierungen als auch Geberländer schenkten der wirtschaftlichen Entwicklung auf dem Land wenig Beachtung: kaum Beratungsdienste, kaum Kreditmöglichkeiten, Infrastruktur dürftig, unklare Rechtsverhältnisse bzgl. Nutzung und Besitz von Grund und Boden.
Seit mehreren Monaten steigen die Lebensmittelpreise dermaßen, dass sich immer weniger Menschen ausreichend Nahrung kaufen können. Gründe gibt es mehrere dafür. Laut Weltbankuntersuchungen sei v.a. der Biosprit verantwortlich dafür. Um die landwirtschaftlichen Nutzflächen tobt derzeit ein Kampf zwischen Energiekonzernen und Lebensmittelherstellern. In den USA wird derzeit ein Drittel der Maisernte in Ethanol verwandelt.
In der EU wird eine staatlich verordnete Beimischungsquote von 10% Biosprit zum Benzin angestrebt. Bei dieser Quote müssten rund 95% des Treibstoffes aus Pflanzen importiert werden und für die Produktion von Essen würde der Platz weniger. In Deutschland würde zur Erfüllung von 6,75% Biospritanteil bis 2010 bereits das gesamte verfügbare Flächenpotenzial beansprucht.
Das Verheizen von Nahrungsmitteln hat bereits zu ethischen Debatten geführt.
Ein Beispiel: mit 300 Kg Getreide kann man zwei Tankfüllungen Sprit produzieren oder einen Menschen ein ganzes Jahr ernähren.
Durch Preissteigerungen, z.B. für Reis binnen zwei Monaten um 75%, ergeben sich große Probleme auch für das Welternährungsprogramm, das 2006 für rund 390 Mio Euro Lebensmittel angekauft hat. Mit demselben Budget kann nun deutlich weniger Menschen geholfen werden.
Als weiterer Grund wird der steigende Fleischkonsum gesehen. Z.B. im schnell wachsenden Schwellenland China ist der Fleischkonsum zwischen 1990 und 2005 um das 2,5fache gestiegen. Für ein Kilo Rindfleisch frisst die Kuh weit über 10 Kilo Getreide. Der steigende Wohlstand in der einen Region schürt den Hunger in der anderen Region. Inzwischen wandert mehr als die Hälfte der Soja- und Maisproduktion in die Mägen von Rindern, Schweinen und Geflügel.
Ein weiterer Grund sind die gestiegenen Energiepreise, die die Landwirtschaft verteuern. Eine steigende Weltbevölkerung sorgt zusätzlich für eine steigende Nachfrage.
Außerdem sind Nahrungsmittel inzwischen Spekulationsobjekt an der Börse. Anlagen im sog. Rohstoffindexfonds sind zwischen 1998 und 2007 von 10 auf 142 Milliarden Dollar gestiegen, im Januar und Februar kamen nochmals 30 Milliarden hinzu. Es gibt Forderungen, dass Spekulationsgeschäften mit Nahrungsmitteln ein Riegel vorgeschoben wird.
Daneben gibt es das ungelöste Problem, dass die Industriestaaten mit Subventionen für die Landwirtschaft die Weltpreise kaputt machen und den Aufbau gesunder Wirtschaftssysteme in den Entwicklungsländern verhindern.
Die Industrieländer wenden ca. siebenmal soviel für die Subventionierung ihrer Landwirtschaft auf, wie sie für die Entwicklungshilfe ausgeben (Zahlen von 1999, Bangert, S. 280).
Wirtschaftsprofessor Werner Lachmann von der Uni Erlangen-Nürnberg stellt zudem die Abgabe von Lebensmitteln in Frage, er meint, dass die Länder generell in den Zustand versetzt werden müssen, sich selbst zu versorgen was jedoch durch EU-Subventionen und Lebensmittelgeschenke verhindert werde. Er schlägt vor, Lebensmittelscheine einzuführen, diese würden der armen Bevölkerung verbilligte Lebensmittel ermöglichen und zugleich die lokale Landwirtschaft fördern.
1.2 Wasser
- mehr als 1,7 Milliarden Menschen trinken unsauberes Wasser
- Verseuchtes Wasser ist die häufigste Krankheits- und Todesursache
- 2,5 Milliarden Menschen weltweit leben ohne sanitäre Einrichtungen
- WHO schätzt, dass 80% aller Infektionen durch verseuchtes Wasser verursacht werden.
- Wo es ausreichende sanitäre Anlagen gibt, wo es hygienisch zugeht und sauberes Wasser vorhanden ist, reduzieren sich Todesfälle um 65%.
- Carol Bellamy, geschäftsführende Direktorin von UNICEF gibt folgende Einschätzung: "Wenn Kinder ohne sauberes Wasser oder sanitäre Einrichtungen aufwachsen, ist ihre Gesundheit und Entwicklung in jeder Hinsicht gefährdet und wenn Familien den Zugang zu gesundem Wasser und angemessenen sanitären Einrichtungen verlieren, geht eine ganze Generation verloren und mit ihr alles, was bisher für die Gesundheit und Ernährung der Kinder erreicht werden konnte."
- in den kommenden Jahrzehnten wird es vermehrt zu Wasserengpässen kommen, der globale Wasserverbrauch ist in den letzten 100 Jahren um das sechsfache gestiegen - doppelt so viel wie die Weltbevölkerung.
1.3 Bildung
Zurzeit gibt es 125 Millionen Kinder weltweit, die nicht einmal die Grundschule besuchen, zwei Drittel davon sind Mädchen.
150 Millionen Kinder verlassen die Schule, bevor sie lesen und schreiben können
(andere Zahlen: Jean Ziegler: 325 Millionen Kinder haben keine Aussicht, eine Schule zu besuchen).
850 Millionen Erwachsene sind Analphabeten.
1.4 Gesundheit: Aids
- es gibt über 12 Millionen Aids-Waisen in Schwarzafrika, eine unvorstellbar große Zahl
- es gibt zehnmal soviel Tote durch Aids wie durch Krieg, v.a. die arbeitende Bevölkerung wird stark dezimiert
- durch das Wegsterben ganzer Generationen drohen Jahre der Entwicklungsarbeit zunichte gemacht zu werden
- die Kindersterblichkeit und Lebenserwartung in manchen Ländern ist auf den Stand der 50er Jahre zurückgefallen; für manches neugeborene Kind ist die Chance, später an Aids zu sterben größer, als dass es davon verschont bleibt;
- es sind 42 Millionen Menschen weltweit infiziert, Aids ist damit die größte Seuche seit Menschengedenken
- obwohl Schwarzafrika nur ein Zehntel der Weltbevölkerung stellt, finden sich dort 70% aller HIV-Infektionen
- 80% aller aidsbedingten Todesfälle und 92% der Aidswaisen sind in Schwarzafrika
- Wo sich normalerweise die Sippengemeinschaft um elternlose Kinder kümmert, gibt es heute tausende sog. "kindgeführte Haushalte", weil die erwachsene Generation verstorben ist und sich niemand sonst kümmert.
- Ende 2000 lebten in Schwarzafrika 1,1 Millionen Kinder unter 15 Jahren mit dem HI-Virus, in diesem Jahr wurden 520 000 Kinder neu infiziert, das sind 1700 pro Tag, das heißt, jede Minute erkrankt ein Kind.
- im Jahr 2000 starben 440 000 Kinder in Schwarzafrika an Aids (500 000 weltweit)
- Die häufigste Ursache für die Infizierung von Kindern ist die Übertragung von der infizierten Mutter auf ihr Kind.
- in Afrika sind heute mehr Frauen als Männer mit dem Aids-Virus infiziert. Ein besonderes Risiko tragen Mädchen im Alter von 15 bis 20 Jahren, die in einigen Ländern sechsmal so gefährdet sind wie gleichaltrige Jungen (teils wg Unwissenheit (gehen viel seltener zur Schule), mehr noch wg früher Verheiratung oder weil sie Opfer von sexueller Gewalt werden. Viele werden durch den Partner oder Ehemann infiziert.)
Aids wurde lange tabuisiert und verschwiegen, in Deutschland gibt es eine Aids-Müdigkeit, viele verdrängen die Epidemie in Afrika, weil sie denken, sie ist hierzulande gut im Griff und die Betroffenen sind ja selbst Schuld. Erst zögerlich bekommt das Problem den Stellenwert, der ihm gebührt. Der IWF und die Weltbank haben sich dieses Themas erst sehr spät angenommen, der Kampf gegen Aids hat gerade erst begonnen.
2. Wechselwirkungen, die zur extremen Armut in Afrika beitragen
Häufig aufgeführte Gründe für die katastrophale Situation in Afrika ist zum einen die Erblast durch Sklavenhandel, Kolonialzeit und Ausplünderung Afrikas in der postkolonialen Epoche. Sicher sind diese Ausführungen nicht von der Hand zu weisen. Jedoch wurden andere Regionen der Erde ebenfalls durch eine lange währende Kolonialherrschaft und postkoloniale Einmischungen in Mitleidenschaft gezogen und weisen heute dennoch hohes Wirtschaftswachstum auf, z.B. Vietnam.
Ein weiterer oft angeführter Punkt ist die Ausbeutungspolitik durch die herrschende Clique, schlechte Regierungsführung und Korruption. Natürlich hemmen diese die wirtschaftliche Entwicklung Afrikas (z.B. Simbabwe, wo der Hunger "hausgemacht" ist), auf der anderen Seite reichen verantwortungsvolles Regierungshandeln und marktwirtschaftliche Reformen aber nicht aus, um Wachstum zu gewährleisten, wenn sich ein Land erst in der Armutsfalle befindet. Länder, mit vergleichsweise guter und verantwortungsvoller Regierungsführung, wie Ghana, Malawi, und Senegal stagnierten weitgehend ökonomisch, während asiatische Länder mit hoher Korruptionseinschätzung wie Bangladesch, Indien und Pakistan ein starkes Wirtschaftswachstum verzeichneten. Siehe Vergleich von Korruptionswahrnehmung und Wirtschaftswachstum von Transparency International, Sachs, S. 237.
Das landschaftliches Gepräge Afrikas und die veränderlichen und rauen Klimaverhältnisse wirken sich stark auf die Entwicklung aus, sie bergen einzigartige Hemmnisse für eine moderne Wirtschaftsentwicklung: Geographie und Klima bieten beste Grundlagen für ansteckende Krankheiten, es gibt immer wieder Dürreperioden, außerdem ist die Entfernung von den Weltmärkten sehr weit, es fehlen z.B schiffbare Flüsse und natürliche Buchten, die einen kostengünstigen Seehandel ermöglichen ( es gibt 15 Binnenländer, mehr als auf jedem anderen Kontinent). Die meisten Regionen Afrikas, wo der überwiegende Teil der Bevölkerung lebt, sind verkehrsmäßig kaum erschlossen und es fehlt an grundlegenden Infrastruktureinrichtungen.
Ein besonders schwere Bürde sind die Krankheiten, besonders Malaria und Aids: zu Beginn des neuen Jahrtausends betrug die Lebenserwartung in Afrika südlich der Sahara 47 Jahre, damit lag sie mehr als 20 Jahre unter dem Schnitt in Ostasien (69 Jahre) und 31 Jahre unter der durchschnittlichen Lebenserwartung in den Industrieländern (78 Jahre). In Teilen Afrikas war die Lebenserwartung in Folge von Aids um fast 20 Jahre gesunken, damit liegt in Schwarzafrika eine einzigartige und außergewöhnliche Situation vor. Krankheit und Tod tragen ganz erheblich zur chronischen Wachstumsschwäche Afrikas bei, nicht nur in einzelnen Regionen, sondern praktisch im gesamten tropischen Afrika (ausgenommen die 5 nordafrikanischen Staaten und Südafrika).
Malaria: Obwohl Malaria heilbar ist, sterben daran jährlich immer noch bis zu drei Millionen Menschen, meist kleine Kinder, von denen 90 Prozent in Afrika leben. Malaria ist für bis zu 5 Milliarden klinische Behandlungsfälle jährlich verantwortlich, fast jeder Mensch im tropischen Afrika erleidet mindestens einmal im Jahr einen Malariaanfall.
Es gibt eine doppelte Kausalität: Armut fördert die Ausbreitung der Krankheit, da arme Staaten sich die Gegenmaßnahmen nicht leisten können (Insektizide, Moskitonetze, Mückengitter, Medikamente).
Und: Malaria ist auch Ursache für die Armut: krankheitsbedingte Fehlzeiten am Arbeitsplatz, in der Schule, chronische Leiden Aufgrund häufiger Malariaschübe in der Kindheit, eingeschränkte Lernfähigkeit. Außerdem verhindert u.a. Malaria den demographischen Übergang zu niedrigeren Geburtenraten und sog. Investitionen in Humankapital. Bei einer hohen Kindersterblichkeit kompensieren die Eltern die Verluste über und zeugen mehr Kinder. Sie sind aber zu arm, um allen eine Schulbildung zu finanzieren und schicken daher meist nur ein Kind zur Schule, damit treten viele Kinder ohne entsprechende Bildung und damit mit wenig Zukunftsperspektive ins Erwachsenenalter ein.
Im Vergleich zu anderen Regionen der Welt, fördern die einzigartigen Umweltbedingungen, die in Afrika vorherrschen, die Ausbreitung der Malaria: von den vier verschiedenen Malariaerregern beim Menschen, kommt in Afrika überwiegend der gefährlichste vor. Der Überträger der Krankheit ist die Anophelesmücke, die im tropischen Afrika gut gedeiht (viele Brutplätze), der Erreger braucht viel Wärme für die Metamorphose im Körper der Mücke, um für den Menschen ansteckend zu werden, außerdem bevorzugen die in Afrika vorkommenden Mückenarten Menschen (in Indien z.B. Rinder). Alle diese Faktoren zusammen bewirken, dass die Malaria-Krise im tropischen Afrika einzigartig ist. (siehe Sachs, Karte S. 248).
Aids: Die volkswirtschaftlichen Kosten von Aids übertreffen die der Malaria. Afrika verliert seine Lehrer und Ärzte, Beamten und Bauern, Mütter und Väter.
Ende der neunziger Jahre wurde Aids in den reichen Ländern immer erfolgreicher durch antiretrovirale Medikamente behandelt. In Afrika findet diese Therapie noch zu wenig statt, da die finanziellen Mittel fehlen.
Sachs kritisiert, dass der IWF und die Weltbank zwar seit Jahrzehnten in Afrika aktiv seien, aber vor den grundlegenden Tatsachen und der sich verschärfenden menschlichen und wirtschaftlichen Katastrophe schlicht die Augen verschlossen hätten. Noch Anfang 2001 hielten die Geberländer immer nichts von der Idee, in armen Ländern Aids-Medikamente einzusetzen, um das Leben von Aids-Patienten in vorgerücktem Stadium zu verlängern.
Ein globaler Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria nahm Ende 2001 seine Arbeit auf (siehe Sachs, S.259 f)
3. Weitere Faktoren, die Einfluss haben auf die Situation in Afrika
Negative Auswirkungen der Globalisierung haben ebenfalls Einfluss auf die Situation in Afrika.
Da wäre zum einen das Problem der unfairen Handelsbedingungen, wie oben erwähnt wendet die EU siebenmal soviel für die Subventionierung der Landwirtschaft auf wie für Entwicklungshilfe.
Zum anderen ist die Unterstützung des Anbaus von Cash Crops (engl. für „Geld-Früchte“) umstritten. "Cash Crops bezeichnet Feldfrüchte, die für den Verkauf und Export angebaut werden. Im Besonderen sind damit landwirtschaftliche Produkte gemeint, die aus Entwicklungsländern in Industrieländer exportiert werden. Typische Cash Crops sind etwa Kaffee, Kakao, Bananen, Baumwolle und Palmöl. Meist werden Cash Crops in Plantagen und Monokulturen angebaut.
Gegenteil von Cash Crops sind die sogenannten Food Crops („Nahrungsfrüchte“), Grundnahrungsmittel, die vorrangig für Selbstversorgung und Inlandkonsum bestimmt sind und eher von Kleinbauern angebaut werden. Kleinbauern wird durch Cash Crops ermöglicht, ihre kleine Ernte an die Großhändler weiter zu verkaufen, der die Ernten der Kleinbauern einsammelt und weiterverkauft.
In der entwicklungspolitischen Diskussion sind die Cash Crops wie auch die Exportorientierung allgemein umstritten.
Der Anbau von Cash Crops steht in Konkurrenz mit Food Crops und damit der Nahrungsversorgung der lokalen Bevölkerung. Der intensive, monokulturelle Anbau dieser Feldfrüchte kann die Umwelt belasten, der Flächenbedarf zur Produktion von Cash Crops ist einer der Gründe für die Bedrohung der Regenwälder. Zudem kann der Anbau von Cash Crops zu sozialen Problemen beitragen, indem exportorientiert wirtschaftende Großgrundbesitzer zur Ausweitung ihrer Anbauflächen für Cash Crops Kleinbauern verdrängen, bisweilen mit Gewalt. Schließlich werden Produzenten und Länder, die ihre Wirtschaft stark auf den Export von Cash Crops ausrichten, anfällig für Schwankungen der Weltmarktpreise, was wie im Falle der Kaffeekrise schwerwiegende Folgen haben kann.
Nach der Modernisierungstheorie ist die Cash Crop-Produktion für die Entwicklungsländer eine Chance zur Entwicklung, da sie auf der Grundlage dieser Produkte eine weiterverarbeitende Industrie aufbauen können." (aus Wikipedia)
Ein weiteres Beispiel ist der Einfluss der Gen-Tech-Industrie, hier vor allem der Einsatz von Hybridsaatgut.
- die Nachkommen von Hybridpflanzen sind nicht mehr fortpflanzungsfähig, somit muss neues Saatgut gekauft werden (Abhängigkeit der Bauern)
- Verlust der Biodiversität
- Verunreinigung von konventionellen und biologischen Anbauflächen -> Gefahr des Aussterbens von verwandten Arten, bis zu 40% Mehrkosten für biologischen Landwirtschaft, wenn sie ihre Felder gentechnikfrei halten will (Forderung nach Kostenübernahme nach Verursacherprinzip)
- durch Patente Monopolisierung (durch Monopole teure Produkte mit den passenden Schädlingsbekämpfungsmitteln und Dünger, hohe Gebühren auf Patente)
Quellennachweis:
Jeffrey Sachs, Das Ende der Armut, Pantheon 2007
Kurt Bangert, Der Traum von einer besseren Welt, Johannis 2006
Bartholomäus Grill, Ach, Afrika
Idea Spektrum, Nachrichten und Meinungen aus der evangelischen Welt, 21. Mai 08
Wikipedia
www.welthaus.at




